3. Konferenz Mobile und Ubiquitäre Informationssysteme (MMS 2008)
Themengebiet
Mobilität und Ubiquität werden immer mehr zu entscheidenden Faktoren bei der Entwicklung, Implementierung und Anwendung von Informationssystemen. Die Verwendung mobiler und drahtloser Kommunikationstechnik erlaubt nicht nur eine bessere Unterstützung existierender mobiler Aktivitäten, sondern bietet auch die technische Grundlage für ganz neue Arten mobilen Arbeitens und Lebens. Pervasive Computing und Ambient Intelligence ergänzen die Unterstützungsmöglichkeiten mobiler Technologien durch die unmittelbare Verknüpfung digitaler Dienste mit der physischen Umwelt des Nutzers.
Sowohl mobile Systeme im Allgemeinen als auch intelligente, instrumentierte Umgebungen haben das Ziel, Benutzer bei ihren beruflichen und privaten Aktivitäten auch jenseits des klassischen Schreibtisch-Arbeitsplatzes zu unterstützen. Mobile Arbeitsplätze werden so nahtlos in die Wertschöpfungskette des Unternehmens eingebunden, PDAs führen Benutzer jederzeit und an jedem Ort durch ihre täglichen Aktivitäten, RFID-basierte Systeme erlauben eine dynamische, ereignisgesteuerte Prozessautomatisierung in Logistik und Produktion, Smart/Ambient Environments unterstützen individuelle und teamorientierte kreative Informationsarbeit, Ortsinformation wird für die Initiierung und Konfiguration von Diensten verwendet, intelligente Gebäude erleichtern die benutzerabhängige Kontrolle komplexer Infrastrukturen, neue Arten der Gestaltung von Geschäftsprozessen werden ermöglicht.
Damit all diese Systeme effektiv funktionieren, benötigen die Systeme Wissen über den Benutzer, seine Pläne, Ziele, Präferenzen und die Umgebung, in der er agiert. Forschung zu mobilen und ubiquitären Systemen muss Verfahren bereitstellen, mit deren Hilfe dieses Wissen erfasst, verstanden und genutzt werden kann. Die zentrale Herausforderung für mobile und ubiquitäre Systeme ist daher, technische Lösungen nahtlos in einzelne Aktivitäten, Geschäftsprozesse und ganze Wertschöpfungsketten der realen Welt zu integrieren - und damit den Menschen bestmöglich in seinem täglichen Berufs- und Privatleben zu unterstützen. Dieses Ziel kann nur durch interdisziplinäre Arbeit erreicht werden.
Ziel der 3. Konferenz Mobile und Ubiquitäre Informationssysteme (MMS 2008) ist es, ein Forum zu schaffen, dieses Spannungsfeld zwischen mobilen und ubiquitären Technologien, menschlicher Aktivität und geschäftlichen Wertschöpfungsketten zu untersuchen. So wie die Fachgruppe MMS es sich zum Ziel gesetzt hat, die beteiligten Wissenschaftsgebiete zusammen zu bringen, so soll dies auch die Konferenz tun. Wir wollen untersuchen, wie sich diese unterschiedlichen Faktoren gegenseitig beeinflussen, wo im Detail die Herausforderungen sind und welche Lösungen für die mobile, ambiente und ubiquitäre Unterstützung Erfolg versprechend scheinen.
Tracks und Themen
Track 1: Ambient Intelligence in Arbeits-, Lern- und Freizeitprozessen
- Einsatzpotenziale und Nutzen von Ambient Intelligence
- Akzeptanz ambienter Technologien
- Ambiente Werkzeuge und Instrumente
- Standardisierungsaktivitäten
- Kontextualisierung in ambienten Umgebungen
- Fallstudien / Prototypen
Track 2: Mobile + Ubiquitous Commerce
- Mobile und ubiquitäre Anwendungen und Bezahlmodelle
- Killerapplikationen (und Flops!) des M- und U-Commerce
- Durchgängige Kundenbetreuung an E-Commerce und M-Commerce Schnittstellen sowie ggf. im stationären Einzelhandel
- Nutzerakzeptanzmodelle des M- und U-Commerce
- Nutzenmehrwertanalysen des M- und U-Commerce
- Erlösmodelle des M- und U-Commerce, d. h. wer bezahlt letztendlich wie für (neue) mobile und ubiquitäre Anwendungen
Track 3: Anwendungs- und Datenbank-Entwicklungen für Mobile Informationssysteme
- Architektur und Implementierung mobiler Informationssysteme
- Replikation, Caching, Synchronisation
- Quality of Service für mobile Dienste
- Personalisierung und Sicherheit
- Sensordaten und kontinuierliche Anfragen
- Sich bewegende Objekte und Nutzer, Lokationsbestimmung
- Neue Anwendungen (GALILEO-Nutzung, Geo, Bio, Medizin, Logistik etc.)
Track 4: Das Internet der Dinge
- Integration von RFID-, Sensor- und Lokalisierungstechnologien in betriebliche Informationssysteme
- Nutzen und Nutzung feingranularer Informationen über physische Prozesse
- Prozesse der Diffusion ubiquitärer Technologien und Standards
- Entstehung neuer Geschäftsmodelle durch Kombination von physischem Objekt und digitalen Diensten
- Sicherung der Privatsphäre in einer Welt ubiquitärer und multimodaler Datensammlung
- Zentralisierung vs. Dezentralisierung von Daten und Funktionen
- Fallstudien bereits heut produktiv betriebener Implementierungen
Track 5: Technologieentwicklungen und Integrationslösungen für Mobile Mehrwertdienste
- Mobile Value Adding Services (VAS)
- Integration und Kombination mobiler Dienstkonzepte
- Netzübergreifende mobile Lösungen
- Geschäftsmodelle für mobile VAS
- Mobile Intra- und Inter-Organisationslösungen
- Lösungen für das m-government und andere spezifische Branchen
- Erweiterungen von Services durch Lokalisierungsinformation / Navigation etc.
Track 6: M-Enterprise – mobile und ubiquitäre Geschäftsprozesse
- Potentiale, Gestaltung und Optimierung mobiler und ubiquitärer Geschäftsprozesse
- Typische Wirkungen mobiler und ubiquitärer Technologien im Unternehmenskontext
- Wirtschaftlichkeit mobiler und ubiquitärer Systeme und ihr Beitrag zur Wertschöpfung
- Fundierte Literaturanalysen, Entwicklung und Evaluierung von Theorien und formalen Modellen, Beschreibungen von Prototypen- und Architekturentwicklungen
- Überblicksarbeiten, empirische Arbeiten und Erfahrungsberichte zur Anwendung mobiler und ubiquitärer Technologien im Unternehmenskontext in unterschiedlichen Branchen, z.B. Banking, Tourismus, Gesundheitswesen, Versicherungswirtschaft, Logistik und in unterschiedlichen betrieblichen Funktionsbereichen, z.B. SCM, CRM, Business Intelligence.
Neben regulären Papieren sind auch Kurzbeiträge zu laufenden Arbeiten und kontroversen Thesen willkommen.
Einreichungsrichtlinien
Eingereichte Beiträge dürfen nicht bereits anderweitig veröffentlicht oder unter Begutachtung sein. Die Beiträge werden vom Programmkomitee in einem doppelt blinden Begutachtungsverfahren beurteilt. Alle Hinweise auf die Autoren müssen daher aus der Einreichung entfernt werden. Akzeptierte Beiträge sollen in einem Tagungsband der GI-Edition "Lecture Notes in Informatics (LNI)" veröffentlicht werden. Beachten Sie daher bereits bei der Ersteinreichung unbedingt die Autorenrichtlinien der LNI, die Sie unter http://www.gi-ev.de/service/publikationen/lni/ finden.
Die Länge regulärer Beiträge darf 14 Seiten (einschließlich Abbildungen und Literaturangaben) im LNI-Format nicht überschreiten. Kurzbeiträge dürfen maximal 5 Seiten umfassen. Beiträge können in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden. Konferenzsprache ist deutsch.
Die Ankündigung der Einreichung (Titel, Abstract, Trackangabe) ist per E-Mail an info@wi-mobile.de zu senden. Die Einreichung selbst erfolgt über ein elektronisches Konferenzverwaltungssystem, das ab Anfang September bereitgestellt wird. Aktuelle Informationen werden auf der Konferenzseite http://www.gi-mms.de/mms2008/ bereitgestellt.
Wichtige Termine
30.09.2007: Frist zur Ankündigung von Beiträgen (Abstract)
31.10.2007: Frist zur Einreichung von Beiträgen
15.12.2007: Benachrichtigung der Autoren
15.01.2008: Einreichung des druckfertigen Manuskriptes
26.-28.02.2008: Konferenz MMS
Chairs
Prof. Dr. Markus Bick (ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule
Berlin)
Prof. Dr. Michael H. Breitner (Universität Hannover)
Prof. Dr. Martin Breunig (Universität Osnabrück)
Prof. Dr. Elgar Fleisch (Universität St. Gallen / ETH Zürich)
Prof. Dr. J. Felix Hampe (Universität Koblenz-Landau)
Dr. Key Pousttchi (Universität Augsburg)
Prof. Dr. Klaus Turowski (Universität Augsburg)
Programmkomitee
Prof. Dr. Rony G. Flatscher (Wirtschaftsuniversität Wien)
Dr. Christoph Gollmick (SAP AG)
Prof. Dr. Thomas Hess (LMU München)
Dr. Hagen Höpfner (International University in Germany, Bruchsal)
Prof. Dr. Thomas Kirste (Universität Rostock)
Prof. Dr. Birgitta König-Ries (Universität Jena)
Prof. Dr. Franz Lehner (Universität Passau)
Prof. Dr. Rainer Malaka (Universität Bremen)
Dr.-Ing. Holger Meyer (Universität Rostock)
Prof. Dr. Alexis Papathanassis (Hochschule Bremerhaven)
Dr. Jan M. Pawlowski (Universität Duisburg-Essen)
Prof. Dr. Kai Rannenberg (Goethe-Universität Frankfurt)
Prof. Dr. Thomas Ritz (Fachhochschule Aachen)
Prof. Dr. Jörg Roth (Fachhochschule Nürnberg)
Prof. Dr. Detlef Schoder (Universität zu Köln)
Prof. Dr. Gerhard Schwabe (Universität Zürich)
Prof. Dr. Günther Specht, Universität Innsbruck
Dr. Frédéric Thiesse (Universität St. Gallen)
Dr.-Ing. Can Türker (ETH Zürich)
Dr. Arno Wilfert (PricewaterhouseCoopers AG)
Veröffentlichung
Keine Veröffentlichung im gemeinsamen Tagungsband