MKWI 2008

Multikonferenz Wirtschaftsinformatik

Wissenschaftstheorie und gestaltungsorientierte Wirtschaftsinformatik

Chairs:

Prof. Dr. Jörg Becker (Sprecher)
European Research Center for Information Systems
Universität Münster
Leonardo-Campus 3
Tel: +49 251 83 38100
Fax: +49 251 83 38109
eMail: becker@ercis.uni-muenster.de

Dr. Björn Niehaves
European Research Center for Information Systems
Universität Münster
Leonardo-Campus 3
Tel: +49 251 83 38087
Fax: +49 251 83 28087
eMail: niehaves@ercis.uni-muenster.de

Prof. Dr. Helmut Krcmar
TU München
Fakultät Informatik
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik
Boltzmannstr. 3
85748 Garching
Tel: +49 89 289 19532
Fax: +49 89 289 19533
eMail: Krcmar@in.tum.de

Call for Papers:

Die deutschsprachige Wirtschaftsinformatik (WI) und der internationale Information Systems Research (ISR) unterscheiden sich maßgeblich. Dabei zeichnet sich die deutschsprachige WI in weiten Teilen durch eine starke Gestaltungsorientierung wie auch durch eine hohe Praxisrelevanz aus. Konstruktivistische Epistemologien sind verbreitet. Hingegen bestehen bezüglich forschungsmethodischer und epistemologischer Reflexivität Defizite (Heinrich 2005). Im ISR jedoch beginnt sich die gestaltungsorientierte Forschung erst langsam unter dem Begriff „Design Science Research“ gegenüber der bislang dominanten verhaltens¬wissenschaftlichen Forschung zu etablieren. Insgesamt herrscht hier vielfach eine positivistische epistemologische Position vor (Chen & Hirschheim 2004). Trotz bestehender methodischer und epistemologischer Unterschiede lässt sich eine Angleichung der deutschen Wirtschafts¬informatikforschung an international gängige Forschungs¬programme feststellen. Zwar ist derzeit die Anwendung konstruktionsorientierter Forschungsmethoden, im Sinne der Entwicklung von Prototypen oder konzeptueller Modelle, in der deutschsprachigen WI vorherrschend, allerdings ist festzustellen, dass Methoden der empirischen Sozialforschung zunehmende Verbreitung finden (Lange 2006).
Im Zuge der Forschungsinternationalisierung ergeben sich für die gestaltungsorientierte Wirtschaftsinformatik Risiken sowie auch Chancen. Einerseits beinhaltet ein mögliches „Forschungsmainstreaming“ das Risiko des Verlusts erarbeiteter Kernkompetenzen und positiver Alleinstellungsmerkmale. Andererseits stellt sowohl die Praxis als auch die Wissenschaftstheorie gestaltungsorientierter Forschung auch ein Ergebnis deutschsprachiger Wirtschaftsinformatikforschung dar, das fruchtbar in die internationale Diskussion zum Design Science Research eingebracht werden kann. Hieraus erwächst die Chance, die internationale Diskussion nicht allein zu verfolgen, sondern diese unter Stärkung der im deutschsprachigen Raum vertretenen Forschungspositionen gestaltend zu beeinflussen.
Ziel des MKWI 2008-Tracks „Wissenschaftstheorie und gestaltungsorientierte Wirtschaftsinformatik“ ist die Stärkung eines forschungsmethodischen und epistemologischen Pluralismus in der Wirtschaftsinformatikforschung. Dabei soll die Diskussion der Möglichkeiten eines fruchtbaren Diskurses zwischen gestaltungsorientierter und verhaltenswissenschaftlicher Forschung im deutschsprachigen wie auch im internationalen Raum im Vordergrund stehen.
Der Track widmet sich daher u. a. folgenden Themenbereichen:

  • Wissenschaftstheoretische Untersuchungen deutschsprachiger und internationaler Wirtschaftsinformatik
    • Epistemologische Positionen
    • Forschungsmethodische Positionen
    • Kritische Kommentare
  • Wissenschaftstheoretische Grundlagen gestaltungsorientierter Forschung
    • Methodische Grundlagen
    • Wissenschaftstheoretische Grundlagen
    • Ausgestaltung konkreter Positionen
  • Anwendungsbeispiele gestaltungsorientierter Forschung
    • Forschungsbeispiele mit wissenschaftstheoretischem Gehalt
    • Methodisch reflektierte Beispiele gestaltungsorientierter Forschung
  • Beiträge zur Diskussion des Design Science Research
    • Design Theories
    • Design Science Research Guidelines
    • Design Science Research Process
  • Vergleich gestaltungsorientierter WI-Forschung und Design Science Research
    • Stärken und Defizite deutschsprachiger Gestaltungsforschung
    • Stärken und Defizite des Design Science Research
    • Forschungsmethodische Lernpotenziale

Programmkomitee

  • Prof. Dr. Jörg Desel (KU Eichstätt)
  • Prof. Dr. Ulrich Frank (Uni Duisburg-Essen)
  • Prof. Dr. Norbert Gronau (Uni Potsdam)
  • Prof. Dr. Peter Loos (DFKI)
  • Prof. Dr. Andreas Oberweis (Universität Karlsruhe (TH))
  • Prof. Dr. Elmar Sinz (Uni Bamberg)
  • Prof. Dr. Daniel Veit (Uni Mannheim)
  • Prof. Dr. Stephan Zelewski (Uni Duisburg-Essen)

Zeitplanung:

  • 30.09.2007 Einreichungsfrist
  • 03.12.2007 Bekanntgabe der Annahmeentscheidungen
  • 31.12.2007 Eingang des druckfertigen Manuskripts

Informationen zur Einreichung

  • Sprache: Deutsch oder Englisch
  • Wortlimit: c.a. 7.000
  • Formatierung: Schriftgröße 12, 1,5-facher Zeilenabstand
  • Schicken Sie Einreichungen bitte an becker@ercis.uni-muenster.de